Vernissage: TRADITION & PERFEKTION

 

Papierschnitte aus China und der Schweiz

Beginn
Samstag 21. Februar 2026, 17h00
www
www.kunsthausinterlaken.ch/aktuelle-ausstellungen/
Details
Vernissage: Samstag, 21. Februar 2026, 17 Uhr
Einführende Worte: Dr Harald Kraemer
Musik: Charlotte Kalberer, Klavier

Papierschnitte oder auch Scherenschnitte genannt, faszinieren in ihrer ausdrucksstarken Narration und schlichten Perfektion seit langer Zeit. In dieser Ausstellung werden erstmals Scherenschnitte der Sammlung Wyss, Unterseen ausgewählten Papierschnitten aus chinesischer Provenienz der Sammlung des University Museum and Art Gallery, The University of Hong Kong gegenübergestellt. Damit soll einerseits die Vielfalt aber auch die eigene charakteristische kulturelle Identität dieser faszinierenden Kunstform herausgehoben werden.

Schweizer Scherenschnitte erzählen zumeist Geschichten: Seit den Tagen von Johann Jakob Hauswirth und Louis Saugy sind einige der Kernthemen des Schweizerischen Scherenschnitts vorgegeben und die Einflüsse dieser beiden Pioniere wirken immer noch nach. Legt man das Thema des Lebens in den Alpen zugrunde, so sind Schweizer Scherenschnitte verdichtete narrative Konvolute im Sinne eines Mikrokosmos, die sich durch markante und feine Unterschiede in der Gestaltung der Schnitte in ihrem Figuren- und Formenrepertoire voneinander unterscheiden.

Mit ihrem Reichtum an Ornamenten und der unglaublichen Dichte an Details laden die zumeist symmetrisch angeordneten und in schwarzem Papier geschnittenen Schweizer Scherenschnitte zum Entdecken und Verweilen ein. In der Ausstellung werden klassische Werke von Antoinette Lisette Fäsi, Johann Jakob Hauswirth, Louis Saugy, David Regez, Christian Schwyzgebel aber auch Arbeiten von Ueli Hofer, Martha Kneusslin, Nelly Naef, Ernst Oppliger, Barbara Seiler, Bruno Weber und anderen zu sehen sein.

Chinesische Papierschnitte unterscheiden sich von den Schweizer Scherenschnitten durch ihre Andersfarbigkeit und der generellen Tendenz in Serien aufzutreten.
Da Rot eine Farbe ist, die Glück verheisst, sind die meisten der chinesischen Papierschnitte in rotem Papier geschnitten. In kleinen Mappen verpackt, werden entweder Variationen zu einem Sujet oder aber zu einem Thema dargeboten. So hat es Tiger oder Pfaue aber auch Masken der Beijing Oper oder Pagodentürme in unterschiedlichen Ansichten oder es finden sich die landschaftlichen Schönheiten einer bestimmten Region, die als Serie zusammengefasst werden.
Ein weiteres Merkmal chinesischer Papierschnitte ist die starke Symbolik und Ikonographie, die auf tiefere Bedeutungen verweist. So können Kiefern in der Kombination mit zwei Kranichen als Symbol der Langlebigkeit sowohl als Wunsch für Gesundheit im Alter aber auch für eine beständige Ehe gelesen werden. Auch bei den chinesischen Papierschnitten finden sich Geschichten. Diese zeigen Szenen altbekannter Erzählungen, können aber auch belehrende Bildgeschichten widerspiegeln.

Die Ausstellung startet mit einem historischen Überblick zur Entwicklung des Papierschnitts in der Schweiz und in China und stellt dann im weiteren Verlauf in Form von dialogischen und thematischen Gegenüberstellungen die Vielfalt dieser wunderbaren Werke zur Schau.
Als Ergänzung zeigt das Kunsthaus Rollenbilder, Skulpturen und Archivalien aus der Chinasammlung von Dr. Walter Rieder (1890 Unterseen bis 1986 Interlaken).
Im Frühjahr 2026 wird die Ausstellung durch einen zweiten Teil ergänzt, der im University Museum
and Art Gallery, The University of Hong Kong gezeigt wird.
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