Kräht ja doch (k)ein Hahn!

 

Klaviertrios von Fanny Hensel, Ethel Smyth & Dorothee Eberhardt

Beginn
Freitag 18. Juni 2021, 19h30
www
www.desireepousaz.ch
Ort/Lokal
Le Cap (Französische Kirche)
Details
Was hat ein Gockel auf einem Konzertplakat mit Trios dreier Komponistinnen zu suchen?
Der Hahn ist eine Anspielung auf ein Zitat von Fanny Hensel, der älteren, hochbegabten Schwester von Felix Mendelssohn. Dessen offen bekundeter Widerwille gegen eine professionelle Kompositionstätigkeit seiner Schwester blieb fast zeitlebens bestehen, so dass Fanny schliesslich ganz resignierte. "Komponiert habe ich diesen Winter rein gar nichts", klagte sie. "Wie einem zu Muth ist, der ein Lied machen will, weiss ich gar nicht mehr... Was ist übrigens dran gelegen? Kräht ja doch kein Hahn danach und tanzt niemand nach meiner Pfeife."
Zwei weitere Zitate dieser auch mit literarischem Talent gesegneten Komponistin zeigen auf, wie sich Entmutigung negativ auf den kreativen Schaffensprozess auswirkt: "Nichts spornt mich so an als Anerkennung, wogegen mich Thadel muthlos macht und niederdrückt." ... dass ich bei so gänzlichem Mangel an Anstoss von Aussen dabei bleibe, denke ich mir selbst wieder als Zeichen von Talent."
Während Fanny Hensel mehr oder weniger innerhalb der ihr aufgezwungenen Grenzen verblieb, sprengte hingegen die englische Komponistin Ethel Smyth die Ketten, mit denen sie angebunden worden war: Was ihre Familie, ihr Publikum, "die" Gesellschaft dachten, war ihr herzlich gleichgültig! Smyth? Vater, ein Armee-General, war gegen das von ihr gewünschte Musikstudium in Leipzig, also griff Ethel zu drastischen Massnahmen, um ihren Willen durchzusetzen. Konkret bedeutete das: Hungerstreik, eisiges Schweigen, Verweigerung von Kirch -, Dinner - und Partybesuch. "Ich beschloss, das häusliche Leben so sehr zu stören, dass sie mich schon um ihrer eigenen Ruhe willen nach Leipzig schicken würden."
Anlässlich des Frauenorchesterprojektes in Berlin kurz vor dem ersten Lockdown 2020, begegnete Désirée Pousaz der Komponistin Dorothee Eberhardt. Sie sandte der Geigerin daraufhin die Noten ihres vierten Klaviertrios.
Nach dem Studium der Orientalistik, Philosophie und griechischen Philologie in Würzburg und Tübingen, erhielt Dorothee Eberhardt ihre musikalische Ausbildung in London, wo sie am Trinity College of Music Klarinette und am Goldsmiths College Musikwissenschaft und Komposition studierte. Ihre kompositorischen Studien vertiefte sie privat beim tschechischen Komponisten Antonín Tucapský. Nach ihren Hochschulabschlüssen arbeitete sie in London als Komponistin und Musikpädagogin. Heute lebt sie bei München. Ihre Musik wird international aufgeführt und gesendet. Viele ihrer Werke sind verlegt und auf CD eingespielt.
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